Kind leidet unter Durchfallerkrankungen

Durchfallerkrankungen - häufig bei Säuglingen und Kleinkindern


Durchfallerkrankungen gehören neben den Infektionen der oberen Atemwege zu den häufigsten Erkrankungen im Säuglings- und Kleinkindalter. Akute Durchfallerkrankungen, auch akute Gastroenteritis (AG) genannt, treten in den ersten drei Jahren 0,9 bis 1,9 Mal pro Kind pro Jahr auf. Etwa jedes fünfte Kind unter fünf Jahren wird wegen akuter Gastroenteritis mindestens einmal im Jahr beim Arzt vorgestellt. Etwa jedes zehnte Kind in dieser Altersklasse, das dem Arzt wegen AG vorgestellt wird, muss stationär eingewiesen werden.1    

Glucose-Elektrolytlösungen zur Rehydration

Unverzichtbarer Bestandteil jeder Durchfallbehandlung ist der Ersatz der Flüssigkeits- und Elektrolytverluste (Rehydratation) mit raschem Wiederbeginn der normalen Fütterung (Realimentation).

Liegt bereits eine Dehydration vor, sollte innerhalb von drei bis vier Stunden rehydriert und anschließend wieder Nahrung gegeben werden.1 Laufende Verluste durch Erbrechen und Durchfall während der Realimentation sind durch orale Rehydratationslösungen (ORL) zwischen den Mahlzeiten zu ersetzen (z.B. 50-100 ml pro Erbrechen oder wässrigem Stuhl). In Industrieländern haben sich bei Überwiegen von Rotavirusinfektionen Glucose-Elektrolytlösungen bewährt, die zwischen 45-60mmol Na/l enthalten. Bikarbonat bzw. Citrat-Zusätze beschleunigen den Ausgleich der metabolischen Azidose.1    

Stillen schon während der Rehydrierungsphase

Kinder mit leichter bis mittelschwerer Dehydratation sollten spätestens vier bis sechs Stunden nach Beginn der Rehydrierung ihre gewohnte Nahrung erhalten. Die Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) empfiehlt1, dass gestillte Säuglinge schon während der Rehydrierungsphase zwischen dem Füttern der oralen Rehydratationslösung angelegt werden. Ein Umstellen auf eine Säuglingsnahrung während oder kurz nach dem Durchfall sollte unbedingt vermieden werden.

Quellen

1. Koletzko, B., Lentze, M. Leitlinien Pädiatrische Gastroenterologie. Leitlinien der der GPGE2008;http://www.gpge.de/frameset.htm?/ll_diarrhoe.html

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