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Beikost

Die Beikostgabe sollte dem Schema des Ernährungsplans des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) folgen. Dieser gilt auch für Kinder mit erhöhtem Allergierisiko.


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Abbildung 1: Ernährungsplan des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) [5].

WHO und UNICEF empfehlen für Populationen weltweit, sechs Monate ausschließlich und nach der Einführung von Beikost mindestens bis zum Alter von zwei Jahren weiter zu stillen, nicht zuletzt auch im Hinblick auf den in Populationen armer Länder besonders wichtigen Schutz vor Infektionserkrankungen durch das Stillen [ 3 ]. Aptamil unterstützt diese Empfehlung. Sie entspricht der ethischen und wissenschaftlichen Haltung von Aptamil und geht konform mit der aktuellen Stillempfehlung der Nationalen Stillkommission.

Das Netzwerk Junge Familie rät, Beikost frühestens mit Beginn des fünften, spätestens mit Beginn des siebten Monats einzuführen. Auch nach der Einführung der Beikost sollte weiter gestillt werden [ 1 ].

Eine Verzögerung der Beikosteinführung über den Beginn des fünften Lebensmonats hinaus kann aus Sicht der Allergieprävention nicht empfohlen werden. Die ESPGHAN empfiehlt eine Beikosteinführung nicht vor der 17. Woche und nicht später als nach der 26. Woche und unterstützt damit ebenfalls die Empfehlung zum ausschließlichen Stillen für die Dauer von vier bis sechs Monaten [ 2 ].

Im Hinblick auf europäische Säuglinge wird in der wissenschaftlichen Stellungnahme der EFSA [ 4 ] eine Beikosteinführung zwischen dem Beginn des fünften und dem Beginn des siebten Monats empfohlen. Neben den Gesichtspunkten der Nährstoffversorgung berücksichtigte die EFSA dabei auch die verfügbaren Daten zum Zusammenhang zwischen der Beikosteinführung und späteren Krankheitsrisiken, insbesondere dem Risiko für Zöliakie und für Diabetes mellitus Typ 1. Die schrittweise Einführung von Gluten zwischen dem Beginn des fünften und dem Beginn des siebten Lebensmonats, vorzugsweise wenn noch gestillt wird, wurde mit einem geringeren Risiko für diese Erkrankungen verbunden [ 4 ].

Ab wann ein Säugling Beikost benötigt und reif dafür ist, kann individuell unterschiedlich sein. Darauf weisen die DGE, das FKE und die Nationale Stillkommission hin. Deshalb sollte die persönliche Entwicklung beachtet werden. Hier spielen die Essfähigkeit (vom Löffel essen können), das Interesse für neue Lebensmittel, das Verlangen danach sowie die motorisch-geistige Entwicklung eine Rolle.

Zur Abfolge und Auswahl der Beikost empfiehlt das Netzwerk Junge Familie [ 1 ]:

  • Die Beikostgabe sollte dem Schema des Ernährungsplans des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) folgen. Abwechslung durch Variation der verwendeten Beikostzutaten ist erwünscht, zum Beispiel verschiedene Gemüse- und Obstarten, kleine Mengen Nudeln beziehungsweise andere Getreideprodukte, vorzugsweise aus Weizen, im Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei; gelegentlich auch fettreicher Fisch anstelle von Fleisch.
  • Der Ernährungsplan gilt auch für Kinder mit erhöhtem Allergierisiko. Die Meidung oder spätere Einführung von häufiger Allergie auslösenden Lebensmitteln bietet keinen Schutz vor Allergien.
  • Beikost für den Säugling kann selbst gekocht oder fertig gekauft werden – beides hat Vorteile.
  • Bei der Auswahl der Fertigprodukte sind folgende Kriterien hilfreich:
    • Produkte mit Lebensmittelzutaten, die den anerkannten Rezepten der Selbstzubereitung entsprechen, sind zu bevorzugen.
    • Zusätze von Salz oder Aromen oder ein starker Süßgeschmack sind unerwünscht.

Für einen allergiepräventiven Effekt einer diätetischen Restriktion gibt es keine Belege. Sie kann laut S3-Leitlinie (Allergieprävention) [ 6 ] nicht empfohlen werden. Möglicherweise kann sich eine Meidung oder spätere Einführung von häufiger Allergie auslösenden Lebensmitteln sogar nachteilig auf eine Toleranzentwicklung auswirken. Es gibt Hinweise, dass Fischverzehr im ersten Lebensjahr einen schützenden Effekt auf die Entwicklung atopischer Erkrankungen hat. Fettreiche Fische wie Lachs oder Makrele liefern die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Deshalb kann die Fleischzutat im Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei gelegentlich durch (fettreichen) Fisch ausgetauscht werden.

Trinkmilch (Kuhmilch) sollte im ersten Lebensjahr nur in kleinen Mengen zur Zubereitung eines Milch-Getreide-Breis gegeben werden [ 1 ]. Zum Trinken sollte sie erst gegen Ende des ersten Lebensjahrs und nur im Rahmen der Brotmahlzeiten aus Becher oder Tasse gegeben werden. Wenn Kuhmilch verwendet wird, soll sie nicht als Roh- oder Vorzugsmilch gegeben werden.

Fußnoten
  1. Koletzko, B., Bauer, C., Brönstrup, A., Cremer, M., Flothkötter, M., Hellmers, C., Kersting, M., Krawinkel, M., Przyrembel, H., Schäfer, T., Vetter, K., Wahn, U., Weißenborn, A. Säuglingsernährung und Ernährung der stillenden Mutter. Aktualisierte Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie, ein Projekt von IN FORM. Monatsschr Kinderheilkd 2013;161:237–46
  2. Nutrition, E. C. Breast-feeding: a commentary by the ESPGHAN Committee on Nutrition. J Pediatr Gastroenterol Nutr 2009;49:112-25
  3. WHA 58.32 Infant and young child nutrition. World Health Assembly Resolution, 205.05.2005. WHA, Genf (http://www.ibfan.org/site2005/Pages/article.php?art_id=76&iui=1; 2005)
  4. EFSA, Scientific opinion on the appropriate age for introduction of complementary feeding of infants. EFSA panel on dietetic products, nutrition and allergies. EFSA J 2009;7:1423
  5. FKE-Ernährungsplan (http://www.fke-do.de)
  6. Muche-Borowski, C., Kopp, M., Reese, I., Sitter, H., Werfel, T. S3-Leitlinie Allergieprävention – Update 2009. Allergo J 2009;332–41

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