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Forscherteam macht Muttermilch für Frühgeborene noch sicherer – und gewinnt den Nutricia Wissenschaftspreis


Stillen ist das Beste für Mutter und Kind. Das gilt auch für Frühgeborene, die aufgrund ihrer Unreife nur unzureichende Abwehrmöglichkeiten gegenüber Infektionen haben. Sie profitieren daher besonders von den gesundheitsfördernden Eigenschaften der Muttermilch. 

Doch manche Mütter sind Träger des sogenannten Cytomegalievirus (CMV), der schon länger in Verdacht steht, über die Muttermilch auf das Kind übertragen zu werden, was bei unreifen Frühgeborenen schwere Infektionen auslösen kann. 

Mit diesem Thema beschäftigte sich Dr. Jens Maschmann an der Universität Tübingen, Abteilung für Frühgeborene, heute Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Jena. „Unser Team schaute sich als erstes an, wie genau der CMV- Virus durch Muttermilch übertragen wird“, so Dr. Maschmann. Durch Entwicklung spezieller CMV- Nachweisverfahren konnte das Milchserum, die sogenannte Molke, als Hauptübertragungsweg bestimmt werden. Aber auch in Leukozyten, die in der Muttermilch vorliegen, konnte das Virus nachgewiesen werden. 

„Im zweiten Schritt haben wir dann eine Kurzzeit- Pasteurisierung entwickelt, die CMV in Muttermilch zerstört und trotzdem die hohe Qualität der Muttermilch möglichst erhält“, erläutert Dr. Maschmann. Für diese Methode, die Muttermilch für Frühgeborene sicher macht und deren immunologischen und nutritiven Inhaltsstoffe schont, wurde ein Patent erteilt und ein Gerät zur Anwendung in der klinischen Routine entwickelt. 

„Muttermilch ist die Beste Ernährung für Frühgeborene. Sie muss aber sicher sein, denn Frühgeborene sind aufgrund ihres unreifen Immunsystems sehr empfindlich gegenüber Infektionen“ betont Professor Dr. Walter Mihatsch, Mitglied des Nutricia Preiskomitees und Chefarzt der Neonatologie am Helios Klinikum Pforzheim. „Daher kann diese Arbeit als besonders wichtig und innovativ bezeichnet werden.“ 

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(von rechts): Dr. Christopher Mayr, Leiter des Nutricia Forums für Muttermilchforschung und Geschäftsführer Milupa Österreich. Preisträger: Dr. Jens Maschmann, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Jena. Forscherteam aus Tübingen: Dr. Rangmar Goelz, Oberarzt in der Neonatologie der Universitätsklinik Tübingen; Prof. Dr. Klaus Hamprecht, Oberarzt am Institut für Virologie der Universitätsklinik Tübingen; Klaus Lauf, Medizintechnik Tübingen. Prof. Dr. Michael Abou-Dakn, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, St. Joseph Krankenhaus, Berlin (Moderator des Symposiums). 2.3.2018

Das Preiskomitee vergibt bereits im sechsten Jahr den mit 10.000 Euro dotierten Nutricia Wissenschaftspreis zur Erforschung der Muttermilch. Auch 2018 können sich wieder – bis zum 15. Oktober – alle bewerben, die über Muttermilch und Stillen geforscht und bereits publiziert haben. Weitere Informationen zur Bewerbung finden Sie hier. Die Bewerber sollten in Deutschland, Österreich oder der Schweiz arbeiten. 

Parallel dazu verlieh das Nutricia Forum für Muttermilchforschung auch den diesjährigen Nutricia Praxispreis zur Förderung des Stillens. Der Preis ging an Heidi Kuntz und Tanja Rieber, beide Hebammen und Studentinnen der Berufspädagogik im Gesundheitswesen der Hochschule Fürth, die eine besonders kreative Idee entwickelt haben, um das Stillen an öffentlichen Plätzen zu fördern. Dieser Preis richtet sich speziell an Menschen, die mit praxisnahen Projekten direkt das Stillen fördern. Hier werden insbesondere Hebammen und Mitarbeiter von Geburts- und Kinderkliniken angesprochen. 

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