Baby bekommt die Brust

Das Wunderwerk Muttermilch

gibt Babys alles für ihre gesunde Zukunft

 

Muttermilch ist einzigartig:

  • Sie stärkt das Immunsystem
  • Sie schützt vor Infektionen1
  • Sie senkt das Risiko für Allergien und spätere Krankheiten wie Diabetes und Übergewicht1,2
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Nukleotide


  • Nukleotide sind strukturelle Komponenten der Nukleinsäuren (DNA und RNA).
  • Sie werden für Wachstum und Entwicklung benötigt. Neben der Eigensynthese können Nukleotide auch über die Nahrung aufgenommen werden. Die in der Muttermilch enthaltenen Nukleotide sind daher in Phasen raschen Wachstums besonders wichtig für die Entwicklung des Babys.3
  • Neuere Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass Nukleotide das Immunsystem stimulieren,5 6 9 die LCP-Bildung positiv beeinflussen10 und an der Reifung des kindlichen Verdauungstrakts beteiligt sind.3 5

Omega-3- und -6-Fettsäuren (LCP)


  • LCP sind langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die in der Muttermilch vorkommen und Bausteine in allen Membranen des menschlichen Körpers sind.
  • Darunter haben die DHA – eine Omega-3-Fettsäure – und die AA – eine Omega-6 Fettsäure – den mengenmäßig größten Anteil in Muttermilch.11 Sie sind besonders in den ersten Lebensmonaten wichtig, da sie von Säuglingen noch nicht ausreichend selbst gebildet werden können.7
  • DHA und AA werden in der Perinatalzeit vermehrt in die Membranen des Gehirns, des Nervensystems und der Netzhaut eingebaut und sind somit wichtig für die kognitive Entwicklung und das Sehvermögen.7

Prebiotika


  • Muttermilch enthält prebiotische Oligosaccharide (HMOs = humane Milch-Oligosaccharide).8
  • Diese unverdaulichen Ballaststoffe dienen den Probiotika als Nahrung und tragen somit zum Aufbau einer gesundheitsfördernden, bifidusdominanten Darmflora bei.9
  • Eine bifidusdominante Darmflora hat einen positiven Einfluss auf das Immunsystem.9

Lebende Mikroorganismen (Probiotika)


  • Muttermilch enthält 103 -105 koloniebildende Einheiten lebender Bakterien pro ml.
  • Darunter Bifidusbakterien und Lactobacillen.
  • Die Relevanz und physiologischen Effekte auf Mutter und Kind werden derzeit noch erforscht. Sie scheinen aber einen wichtigen Faktor beim Aufbau der kindlichen Darmflora darzustellen.
  • Das bakterielle Muster der Muttermilch unterliegt einer hohen inter-individuellen Variabilität.
  • Perinatale Faktoren beeinflussen die bakterielle Besiedlung der Muttermilch und damit die Zusammensetzung der Darmflora des Kindes.12 13
  • Zu den Einflussfaktoren gehören:

o   Die Ernährung der Mutter

o   Antibiotikabehandlungen bei der Mutter

o   Gesundheitsstatus der Mutter (Allergien, Übergewicht)

o   Stress

o   Genetische Faktoren (sekretor Status)?

o   Gestationsalter des Kindes

o   Geburtsmodus

o   Laktationsphase

o   Ernährung des Kindes

Mikronährstoffe


Vitamine:

  • Muttermilch enthält alle für den Säugling wichtigen Vitamine in bedarfsdeckenden Mengen mit Ausnahme von Vitamin D und Vitamin K.*
  • Vitamine sind an zahlreichen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt, z.B. Vitamin A für das Wachstum und die Entwicklung der Haut, das Sehvermögen sowie der Funktion des Immunsystems.

*Nach der Geburt erfolgt daher eine Supplementierung von Vitamin K von 3x2 mg zur U1, U2 und U3, um Vitamin K Mangel-Blutungen vorzubeugen. Denn Vitamin K ist wichtig für die Blutgerinnung.

Vitamin D sollte im 1. Lebensjahr zur Rachititsprophylaxe in Form eines Supplementes gegeben werden (400 IE pro Tag). Die Prophylaxe sollte im 2. Lebenshalbjahr in den Wintermonaten fortgesetzt werden.

 

Mineralstoffe:

  • Darunter Calcium und Phosphor kommen in Muttermilch in einem Verhältnis von 2:1 vor und bilden zusammen das für die Knochenbildung wichtige Apatit.

 

Spurenelemente:

  • Das Spurenelement Eisen ist wichtig für die Bildung der roten Blutkörperchen und damit für den Sauerstofftransport im Blut, sowie für die Gehirnentwicklung. Muttermilch enthält relativ wenig Eisen, es ist jedoch besonders gut bioverfügbar.
  • Weitere wichtige Spurenelemente sind Selen, das die Zellen vor freien Radikalen schützt sowie Chrom und Zink, die an verschiedenen Wachstums- und Stoffwechselvorgängen beteiligt sind.

Makronährstoffe


Protein:

  • Der Proteingehalt reifer Muttermilch liegt bei 9-10 g/l.
  • Das Verhältnis von Molkenproteinen zu Caseinen beträgt 60:40.
  • Viele Proteine haben funktionelle Aufgaben z.B. als Transportproteine (z.B. Lactoferrin, Eisenbindungsprotein) oder Antikörper (z.B. sIgA), Wachstumshormone, Enzyme (z.B. Lysozym) und Immunfaktoren (z.B. Interleukine).14 15
  • Neben den Proteinen mit funktionellen Aufgaben liefern nutritive Proteine Aminosäuren für die körpereigene Proteinbiosynthese und damit für das Wachstum.

 

Kohlenhydrate:

  • Das einzige energieliefernde Kohlenhydrat in Muttermilch ist Lactose mit einem Gehalt von 53-61 g/l.
  • Daneben enthält Muttermilch Oligosaccharide (HMOs) in einer Menge von 12-15 g/l.16
  • Es gibt viele verschiedene HMOs in der Muttermilch, die sich durch ihre einzigartige Struktur auch funktionell unterscheiden.17
  • Bisher konnten etwa 130 HMOs in ihrer Struktur charakterisiert werden. Nicht jede Mutter produziert das gleiche Muster an HMOs, die Zusammensetzung in der Muttermilch ist individuell verschieden. Es gibt sowohl kurz- als auch langkettige Oligosaccharide, wobei die kurzkettigen Oligosaccharide überwiegen; das Verhältnis beträgt tatsächlich 9:1.

 

Fette:

  • Fette fungieren als Energiespeicher und als strukturelle Komponenten von Zellmembranen.
  • Fette beinhalten auch Fettsäuren, die für den Menschen essenziell sind, Alpha-Linolensäure (eine Omega-3-Fettsäure) und Linolsäure (eine Omega-6-Fettsäure). Diese können vom Körper nicht selbst synthetisiert und müssen daher mit der Nahrung aufgenommen werden. Sie fungieren als Vorläufer der langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, LCPs.
  • Muttermilch enthält zudem viele von den wertvollen LCPs. Den mengenmäßig größten Anteil machen DHA (Docosahexaensäure) und AA (Arachidonsäure) aus.
Quellen
  1. Hörnell A, et al. 2013. Food Nutr Res 75 doi: 10.3402/fnr.v57i0.21083. Print 2013.
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Stellungnahme der Nationalen Stillkommission vom 16. Juli 2012.
  3. Jochum F, (2013). Ernährungsmedizin Pädiatrie. Springer Medizin, 2. Auflage.
  4. Carver JD, et al. 2000. Pediatrics 88: 359-63.
  5. Carver JD, 1999. Acta Paediatr Suppl 88 (430): 83-88.
  6. Pickering LK, et al. 1995. Pediatr Res 37: 131A.
  7. Koletzko B, et al. 2008. J Perinat Med 36 (1): 5-14.
  8. Martin R, et al. 2003. J Pediatr 143: 754-8.
  9. Carver JD, et al. 1991. Pediatrics 88: 359-63.
  10. Gil A, et al. 1988. Eur J Clin Nutr 42: 473-81.
  11. Brenna JT, et al. 2007. Am J Clin Nutr 85 (6): 1457-64.
  12. Cabrera-Rubio R, et al. 2016. Journal of Developmental Origins of Health and Disease 7 (1): 54-60.
  13. Cabrera-Rubio R, Collado C, 2012. Am J Clin Nutr 96 (3): 544-51.
  14. Brandtzaeg PE, 2002. Ann N Y Acad Sci 964: 13-45.
  15. Stahl B, et al. 1994. Anal Biochem 223: 218-26.
  16. Kunz C, et al. 2000. Annu Rev Nutr 20: 699-722.
  17. Thurl S, et al. 2010. Br J Nutr 104; 1261-71.