Baby saugt an Flasche

Zufüttern – aber wie? Zufütterungstechniken im Überblick


Auch wenn es der Wunsch der Mutter ist, ihr Kind ausschließlich zu stillen, kann manchmal eine Zufütterung nötig werden. Grund dafür sind zum Beispiel eine unzureichende Milchbildung, Sauganomalien oder eine ungenügende Gewichtszunahme des Neugeborenen. Abhängig vom zugrundeliegenden Problem muss die richtige Technik gewählt und von den Eltern erlernt werden. Die korrekte Durchführung und die Effektivität sollten dabei regelmäßig kontrolliert werden. Die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung gibt einen Überblick über Vorteile und Limitierungen der einzelnen Zufütterungstechniken.1

1. Zufüttern nicht an der Brust

Die häufigste Zufütterungstechnik ist die Verwendung einer herkömmlichen Säuglingsflasche. Sie ist besonders einfach zu erlernen und eignet sich auch für eine Zufütterung über längere Zeit. Als Alternative zur Flasche, zum Beispiel bei Kindern mit Saugschwäche, können Becher, Löffel, Medikamentenschiffchen oder Pipetten verwendet werden. Diese Alternativen können Studien zufolge das Risiko für ein verfrühtes Abstillen verringern.2 3

2. Zufüttern an der Brust

Diese Technik kommt den natürlichen Vorgängen beim Stillen am nächsten und eignet sich zum Beispiel, wenn ein Mangel an Muttermilch ausgeglichen werden muss. Während des Anlegens wird zusätzlich Nahrung zugeführt. Dazu kann eine Spritze mit Nahrungssonde oder ein spezielles Brusternährungsset verwendet werden.

3. Fingerfütterung

Die Fingerfütterung ist meist eine therapeutische Maßnahme bei Sauganomalien, wie sie zum Beispiel bei Lippen-, Kiefer- und/oder Gaumenspalten vorkommen. Mit dem Finger werden die Saug- und Schluckbewegungen des Kindes stimuliert, sodass es mit einer Spritze mit speziellem Fingerfeederaufsatz gefüttert werden kann. Die Fingerfütterung ist keine routinemäßige Alternative zur Flaschenfütterung und eignet sich auch nicht für sehr unreife Frühgeborene.

Im Idealfall kann neben der Zufütterung weiter gestillt oder das ausschließliche Stillen nach einiger Zeit wiederaufgenommen werden. So profitiert das Kind weiterhin von den Vorteilen des Stillens. Die Säuglinge sollten sich nicht zu sehr an die Stimuli der verschiedenen Zufütterungstechniken gewöhnen, damit weiterhin erfolgreich gestillt werden kann.

Quellen

1. Bundesinstitut für Risikobewertung. (2004) Zufütterungstechniken für gestillte Säuglinge. Empfehlungen der Nationalen Stillkommission, aktualisiert am 21. August 2015

2. Yilmaz G, et al. (2014) Effect of Cup Feeding and Bottle Feeding on Breastfeeding in late Preterm Infants: a Randomized Controlled Study. J Hum Lact 30:174-179

3. Flint A, New K, Davies MW. (2007) Cup feeding versus other forms of supplemental enteral feeding for newborn infants unable to fully breastfeed. Cochrane Database Syst Rev 2:CD005092

Das könnte Sie auch interessieren