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Frustration statt glückliche Mutter? Seltener bei Müttern von Winter- und Frühlingskindern


Neun Monate lang steigt jeden Tag die Vorfreude auf das Baby, dann kommen die extremen Schmerzen der Wehen. Diese werden abgelöst vom Wunder der Geburt. Euphorie und unbeschreibliche Glücksgefühle sind bei einigen Müttern dann aber Fehlanzeige. Ganz im Gegenteil: Frustration, das Gefühl zu versagen und Überforderung machen sich breit.

Dieses Stimmungstief heißt Postpartale Depression (PND) und kommt bei rund 10 % aller Mütter vor. Die allgemein als Wochenbettdepression bekannten Symptome können noch bis zu zwei Jahre nach der Geburt des Kindes auftreten. Bis heute weiß die Wissenschaft nicht genau welche Ursachen dafür verantwortlich sind. Nun bringt eine Studie der „American Society of Anesthesiologists“1 etwas Licht ins Dunkel: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Mütter, die im Winter oder Frühling gebären seltener an einer PND leiden, als Frauen, die ihre Kinder in der zweiten Jahreshälfte zur Welt bringen.

Die Studie geht nicht näher auf die Gründe ein, wie der Geburtstermin die postpartale Depression beeinflusst. Da aber die Frauen nach der Geburt prinzipiell mehr Zeit zu Hause verbringen, halten es die Autoren für möglich, dass Frauen im Sommer, durch das „Zuhausebleiben“ eher das Gefühl haben etwas zu verpassen. Im Winter ist dieses Gefühl nicht so stark ausgeprägt, da in der Advents- und Weihnachtszeit generell mehr Zeit zusammen verbracht wird.

Unbehandelt kann die Wochenbettdepression die Mutter-Kind-Bindung langfristig beeinflussen und eine Last für die ganze Familie sein.    

Quellen
  1. American Society of Anesthesiologists: “Women who give birth in winter or spring less likely to have postpartum depression” 2017; URL: https://www.eurekalert.org/pub_releases/2017-10/asoa-wwg101817.php

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