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Haut an Haut: Erfolgreiches Stillen dank frühem Hautkontakt


Es gibt zahlreiche Studien über die Vorteile des unmittelbaren Hautkontaktes zwischen Mutter und Kind nach der Geburt. Nicht umsonst ist er Teil der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation.1 Denn dabei kommt es zur Ausschüttung des sogenannten „Kuschelhormons“ Oxytocin. Die Mutter kommt zur Ruhe und kann eine innige Verbindung zu ihrem Baby aufbauen.2

Unmittelbarer Hautkontakt zwischen Mutter und Kind unterstützt erfolgreiches Stillen

Der unmittelbare Hautkontakt hat außerdem großen Einfluss auf das Stillverhalten von Mutter und Baby. Eine aktuelle Meta-Analyse ergab, dass Mütter danach insgesamt erfolgreicher und weit länger stillen als Mütter die keinen direkten Hautkontakt zu ihrem Baby erhielten.3 Die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre Kinder nach vier Monaten noch immer stillten, war um 24 Prozent erhöht. Außerdem waren die Neugeborenen bei ihrem ersten Stillversuch entsprechend der Skala des „Breastfeeding Assessment Tools“ (BAT) um 32 Prozent erfolgreicher. Der Hautkontakt stimuliert darüber hinaus die Freisetzung des Peptidhormons Prolaktin und regt die Milchproduktion an.3

Die Dauer des ersten Hautkontaktes ist entscheidend

Wenn möglich, sollte ein Hautkontakt direkt nach der Geburt erfolgen und mindestens 60 Minuten oder solange andauern, bis das Neugeborene das erste Mal an der Brust seiner Mutter saugt.4 Je schneller dieser Kontakt stattfindet und je länger er anhält, desto ausgeprägter sind die positiven Effekte.5 Weitere Studien bestätigen diese Vorteile auch für Kinder, die per Kaiserschnitt entbunden werden.6 7  

Der Klinikablauf sollte keine Hürde sein

Auch wenn der gesundheitliche Nutzen des unmittelbaren Hautkontaktes schon länger bekannt ist, gehört der direkte Kontakt nicht unbedingt zum Krankenhausprotokoll. Für Mütter, Ärzte und Hebammen gilt es deshalb die Initiative zu ergreifen und diesen wichtigen ersten Kontakt kurz nach der Entbindung bestmöglich zu unterstützen und zu fördern. Mit Tests und Untersuchungen, die nicht dringlich sind, sollte zum Beispiel bis nach dem ersten Anlegen des Neugeborenen gewartet werden. Letztendlich handelt es sich beim frühen Hautkontakt um eine Präventionsmaßnahme, die die Weichen für eine gesunde Zukunft für Mutter und Kind stellt.8

Quellen
  1. World Health Organization: „Early initiation of breastfeeding to promote exclusive breastfeeding“, unter: http://www.who.int/elena/titles/early_breastfeeding/en/ (abgerufen am 03.01.2018).
  2. Phillips R. (2013) Uninterrupted Skin-to-Skin Contact Immediately After Birth NAINR 13(2):67.72.
  3. Moore E R, et al. (2016) Early skin-to-skin contact for mothers and their healthy newborn infants. Cochrane Database of Systematic Reviews 11.
  4. Association of Women’s Health, Obstetric and Neonatal Nurses (AWHONN) (2016) Immediate Sustained Skin-to-Skin Contact for the Healthy Term Newborn After Birth: AWHONN Practice Brief Number 5. JOGNN 45(6).
  5. Bramson L, et al. (2010) Effect of early skin-to-skin mother—infant contact during the first 3 hours following birth on exclusive breastfeeding during the maternity hospital stay. J Hum Lact 26(2):130-7.
  6. Gregson S, et al. (2016) Skin-to-skin contact after elective ceasarean section: Investigating the effect on breastfeeding rates. BJM 24:18-28.
  7. Guala A, et al. (2017) Skin-to-Skin Contact in Cesarean Birth and Duration of Breastfeeding: A Cohort Study. ScientificWorldJournal 1940756 [e-pub].
  8. Cooijmans KHM, et al. (2017) Effectiveness of skin-to-skin contact versus care-as-usual in mothers and their full-term infants: study protocol for a parallel-group randomized controlled trial. BMC Pediatr 17:154.

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