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Neonataler Tremor und Vitamin-D-Mangel – kausal verknüpft?


Die Ursachen für neonatales Zittern sind in der Regel harmlos. Wegen des unreifen Nervensystems der Neugeborenen, tritt es in den ersten Lebenstagen häufig als Reaktion auf unterschiedliche Stimuli auf.¹ Neue Fallbeispiele zeigen allerdings, dass ein neonataler Tremor auch ein Anzeichen für einen Vitamin-D-Mangel bei Neugeborenen sein kann.² Ärzte des Howard University Hospitals beschreiben zwei reif geborene Kinder, die, mit Ausnahme eines Tremors, gesund waren. Während eines ausschließlich gestillt wurde, erhielt das andere Säuglingsnahrung. Bei beiden konnte ein Vitamin-D-Mangel bestätigt werden.

Meist legt sich ein neonataler Tremor innerhalb weniger Wochen von selbst. Vor dem Hintergrund der neuen Erkenntnisse, sollte allerdings ein Vitamin-D-Mangel als Ursache in Betracht gezogen und gegebenenfalls ein Labortest durchgeführt werden.

Da es essentiell für die Entwicklung von Knochen und Zähnen ist, brauchen Neugeborene besonders viel Vitamin D. Zur Rachitis-Prophylaxe empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde DGKJ deshalb im ersten Lebensjahr unabhängig von der Vitamin D-Produktion durch UV-Licht und unabhängig von der Ernährung die tägliche Gabe einer Vitamin D-Tablette von 10 - 12,5 µg (400-500 IE). Die Prophylaxe kann im zweiten Lebensjahr in den Wintermonaten fortgeführt werden.³ Außerdem ist Vitamin D wichtig für die Infektabwehr⁴ der Säuglinge und hat gleichzeitig immunregulatorische Funktionen, die der Entstehung von Autoimmunerkrankungen vorbeugen.⁵

Quellen

1. Huntsman RJ, Lowry NJ, Sankaran K (2008) Nonepileptic motor phenomena in the neonate. Paediatr Child Health 13(8):680-684.

2. Collins M, Young M. (2017) Benign Neonatal Shudders, Shivers, Jitteriness, or Tremors: Early Signs of Vitamin D Deficiency. Pediatrics [e-pub].

3. „Vitamin-D-Mangel/Rachitisprophylaxe“, unter: https://www.kinderaerzte-im-netz.de/altersgruppen/das-erste-jahr/richtige-ernaehrung/vitamin-d-mangel-rachitisprohylaxe/ (abgerufen am 02.01.2018).

4. Fabri M, et al. (2011) Vitamin D Is Required for IFN-g-Mediated Antimicrobial Activity of Human Macrophages. Sci Transl Med 3(104):104ra102.

5. Szodoray P, et al. (2008) The complex role of vitamin D in autoimmune diseases. Scand J Immunol 68(3):261-9.

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