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Schlaf Kindchen, schlaf – So wichtig ist Schlaf für die kindliche Entwicklung

Schlafen ist ein Thema, das Eltern von Neugeborenen wie auch von Kindern bis ins Grundschulalter hinein stark beschäftigt. Während es bei Babys die Frage ist, wann das Kind durchschläft, führen Mütter und Väter mit ihren älteren Kindern häufig lange Diskussionen, wie lange diese noch aufbleiben dürfen. Doch ausreichend Schlaf ist gerade für die Entwicklung des Gehirns der Kinder enorm wichtig.

Soviel Zeit muss sein


Wie Schlafmediziner der American Academy of Sleep Medicine herausfanden, sollten Säuglinge bis 12 Monate über den gesamten Tag verteilt zwölf bis 16 Stunden schlafen. Kinder bis zwei Jahre benötigen elf bis 14 Stunden Schlaf ­– im Alter von drei bis fünf Jahren sind zehn bis 13 Stunden empfohlen, damit ihre Gesundheit optimal gefördert wird. Grundschulkindern empfehlen die Forscher bis zu einem Alter von zwölf Jahren, in der Nacht rund neun bis zwölf Stunden zu schlafen.1 

Wissenschaftler zeigten, dass Schlafmangel zu enormen Problemen führen kann. Denn, bei gutem Schlaf erholt sich der Körper sowie das Gehirn2, Gelerntes wird vom Kurzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis verschoben3 und auch die Psyche kann sich eine Pause gönnen.2 Sogar das Immunsystem regeneriert sich während des Schlafes für den kommenden Tag. Regelmäßige Schlafdefizite scheinen Kinder also anfälliger für Krankheiten zu machen.4 Darüber hinaus deuten die Ergebnisse einer Studie der britischen Universität of Warwick darauf hin, dass Schlafmangel ein wichtiger Risikofaktor für Adipositas sein könnte.5

Schlafdefizite betreffen vor allem die hinteren Hirnregionen bei Kindern


Ein internationales Forscherteam untersuchte erstmals die Auswirkungen von Schlafentzug auf die Hirnentwicklung von Kindern.6 Sie verglichen die Gehirnaktivität von Kindern in einer Nacht mit empfohlener Schlafdauer mit einer Nacht von lediglich der Hälfte an Schlaf. Die Ergebnisse: Die Probanden zeigten wie Erwachsene auch bei Schlafmangel einen gesteigerten Bedarf an Tiefschlaf – dabei reagieren im kindlichen Gehirn jedoch statt der vorderen vor allem die hinteren Gehirnregionen. Dabei sind Bereiche betroffen, die für die räumliche Wahrnehmung und das Sehen zuständig sind sowie Areale, die multi-sensorische Signale verarbeiten – also die Regionen, die bei Kindern noch in der Entwicklung sind.

Das lässt darauf schließen, dass sich zu wenig Schlaf negativ auf die Hirnentwicklung auswirkt. Außerdem vermutet das Team um Kurth, dass auch die Schlafqualität für die optimale Entwicklung der neuronalen Verbindungen entscheidend ist. Die Ursachen von schlechtem Schlafen wurden dabei jedoch nicht untersucht.

Quellen
  1. Paruthi S et al. Recommended Amount of Sleep for Pediatric Populations: A Consensus Statement of the American Academy of Sleep Medicine. J Clin Sleep Med. 2016; 12(6): 785–786
  2. Watson NF et al. Joint Consensus Statement of the American Academy of Sleep Medicine and Sleep Research Society on the recommended amount of sleep for a healthy adult: methodology and discussion. Sleep. 2015; 38(8): 1161–1183
  3. Rasch B, Born J. About sleep’s role in memory. Physiol Rev. 2013; 93(2): 681–766
  4. Medic G, Wille M, Hemels ME. Short- and long-term health consequences of sleep disruption. Nat Sci Sleep. 2017; 9: 151–161
  5. Miller MA et al. Sleep duration and incidence of obesity in infants, children, and adolescents: a systematic review and meta-analysis of prospective studies. Sleep. 2018; 41(4)
  6. Kurth S et al. Increased Sleep Depth in Developing Neural Networks: New Insights from Sleep Restriction in Children. Front. Hum. Neurosci. 2016; Online unter: https://doi.org/10.3389/fnhum.2016.00456

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