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Späteres Baden von Neugeborenen verbessert die Stillrate


Das Baden von Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt war lange üblich. Ob es nutzt oder eher schadet, ist laut deutscher S2-Leitlinie „Betreuung von gesunden reifen Neugeborenen in der Geburtsklinik“ unklar und sollte daher nur auf besonderen Wunsch der Eltern erfolgen. Eine Geburtsklinik in Cleveland, USA, hat jetzt untersucht, inwieweit der Zeitpunkt des Badens den Stillerfolg beeinflusst.

Im Cleveland Clinic Hillcrest Hospital in Ohio, USA, wurden Neugeborene ursprünglich innerhalb von zwei Stunden nach der Geburt gebadet – gleichzeitig war dort die Stillrate eher niedrig. Deshalb startete man eine Initiative, das erste Bad mindestens zwölf Stunden nach der Geburt hinauszuzögern. Um den Effekt dieser Maßnahme auf die Stillrate zu beurteilen, wurden Daten von 448 Neugeborenen vor der Initiative mit 548 Neugeborenen der neuen Regelung verglichen (Bad durchschnittlich 1,9 Stunden vs. 17,9 Stunden nach der Geburt). Dank der Maßnahme stieg die Stillrate im Krankenhaus von 59,8 auf 68,2 Prozent (univariate Analyse). Unter Berücksichtigung mehrere Faktoren (multivariate Analyse) stieg die Chance auf ausschließliches Stillen in der Klinik durch die Intervention um 49 Prozent. Weiterhin zeigten die Neugeborenen mit spätem Bad auch eine stabilere Körpertemperatur. Die Autoren hoffen, dass durch ihre Studie hier noch weiter geforscht und sich die Neugeborenenpflege entsprechend ändern wird. 

Quelle

DiCioccio HC et al. Initiative to Improve Exclusive Breastfeeding by Delaying the Newborn Bath. J Obstet Gynecol Neonatal Nurs 2019; 48: 189-96.