Baby badet

Waschen oder Baden? Wann, wie und womit? Die häufigsten Fragen zur Säuglingspflege


Die Haut ist eine effektive Barriere, die uns vor Umwelteinflüssen schützt. Sie wehrt nicht bloß chemische oder physikalische Gefahren wie UV-Strahlung ab, sondern ist wichtiger Teil unseres angeborenen Immunsystem. Wie kein anderes Organ kommt sie ständig mit Krankheitserregern in Kontakt, dennoch sind Hautinfektionen vergleichsweise selten. Geringer Wassergehalt, Talg, saurer pH-Wert, antimikrobielle Peptide und Lipide sowie das natürliche Mikrobiom sorgen dafür, dass Pathogene meist keine Chance haben. Voraussetzung dafür ist, dass die Hautbarriere intakt ist. Das setzt die richtige Pflege voraus, frischgebackene Eltern haben dazu oft eine Menge Fragen. Zur Säuglingspflege gibt es klare Empfehlungen, erarbeitet von Dermatologen der Charité zusammen mit europäischen Kollegen, mit denen Sie Eltern helfen können:¹

Nach der Geburt: Waschen oder nicht waschen?

Erst einmal nicht waschen.

Die vom Fruchtwasser feuchte Haut sollte zwar zügig getrocknet und von groben Verschmutzungen mit einem trockenen Handtuch befreit werden, die Käseschmiere bleibt aber auf der Haut. Sie sollte einmassiert werden, denn sie schützt und stärkt die Hautbarriere des Neugeborenen und unterstützt deren Funktion bei der Immunabwehr.

Wann das erste Bad nehmen?

Bei stabiler Körpertemperatur.

Ob der Nabelschnurrest noch da ist, ist für das erste Bad unerheblich. Viel wichtiger ist: Die Körpertemperatur des Säuglings muss sich bereits stabilisiert haben – das geschieht meist innerhalb der ersten vier Wochen. Als Außenstehender sollte man besser Handschuhe tragen, um sich vor mütterlichen Keimen zu schützen. 

Bad oder nur Waschlappen?

Ganz eindeutig: Bad.

Baden ist erheblich schonender für die empfindliche Säuglingshaut. Bei einer Wassertemperatur von 37 bis 37,5 °C und einer Raumtemperatur zwischen 21 und 24 °C fühlt sich das Baby wohl und kühlt nicht so schnell aus. Nach fünf bis zehn Minuten sollte der Badespaß aber vorbei sein. 

Wie oft baden?

Mindestens zwei bis dreimal die Woche.

Nicht nur hygienische Gründe sprechen für regelmäßiges Baden. Als abendliches Ritual kann es auch das Schlafverhalten des Babys verbessern und die Eltern-Kind-Bindung stärken. Zwei bis dreimal die Woche sollte der Säugling dabei mindestens gebadet werden.

Womit pflegen?

Spezielle Syndets und Feuchtigkeitscremes.

Statt Seife wird empfohlen, milde, zur Anwendung bei Säuglingen zugelassene Syndets (enthalten waschaktive durch chemische Synthese hergestellte Substanzen) mit einem leicht sauren pH-Wert von 5,5 zu verwenden. Sie schonen die empfindliche Hautbarriere des Babys und erhalten deren eigenen sauren pH-Wert, der dem Wachstum von bakteriellen Pathogenen entgegenwirkt. Nach dem Baden empfiehlt es sich, eine wirkstofffreie Feuchtigkeitscreme für Säuglinge aufzutragen.

Generell gilt: Die Gesäßreinigung, das Reinigen der Hautfalten und die Pflege mit Babycremes gehören zur täglichen Pflegeroutine. Regelmäßiges Eincremen stärkt nachweislich die Hautbarriere des Säuglings. Wanne und Badespielzeug sollten immer sauber gehalten werden.

Quellen
  1. Blume‐Peytavi, U., Lavender, T., Jenerowicz, D., Ryumina, I., Stalder, JF,. Torrelo, A., Cork, MJ. Recommendations from a European Roundtable Meeting on Best Practice Healthy Infant Skin Care. Pediatr Dermatol. 2016;33(3): 311–321.

Das könnte Sie auch interessieren