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Standards steigen, Unterschiede bleiben - Wissenswertes über die neue EU-Verordnung


1. Die neue EU-Verordnung


 Seit dem 22. Februar 2020 gilt in der EU für Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen sowie Säuglingsnahrungen für besondere medizinische Zwecke eine neue Verordnung1,2. Für hydrolysierte (HA-)Nahrungen tritt die Verordnung im Februar 2021 in Kraft. Geregelt wird die Zusammensetzung, die Kennzeichnung sowie die Bewerbung der Produkte.

Es ist wichtig, dass Sie als medizinische Fachkraft über diese Änderungen informiert sind, da Eltern von teilgestillten oder flaschenernährten Säuglingen sicherlich mit Fragen und Unsicherheiten auf Sie zukommen.

Der Gesetzgeber hat unter anderem entschieden, in Übereinstimmung mit dem internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten und zum Schutz des Stillens, das Werbeverbot für Säuglingsanfangsnahrungen auszuweiten. So sind nur wenige nährwertbezogene Angaben für Säuglingsanfangsnahrung möglich. Diese sind, sofern zutreffend: „Enthält DHA“, „nur Laktose“ bzw. „laktosefrei“.

Optionale Zutaten, wie z.B. GOS/FOS oder HMO, können weiterhin im Produkt enthalten sein, dürfen aber auf Säuglingsanfangsnahrungen nicht ausgelobt werden. Daher ist es wichtiger denn je, dass Sie die Unterschiede der Nahrungen kennen, um Eltern eine optimale Beratung geben zu können.

Hinsichtlich der Zusammensetzung wurden zwei Inhaltsstoffe – Docosahexaensäure (DHA) für Anfangs- und Folgenahrungen und Carnitin für Anfangsnahrungen – jetzt verpflichtend. Der Gesetzgeber hat damit einen neuen Mindeststandard gesetzt. Zudem wurden bestehende Grenzwerte geändert, so wurde unter anderem die Höchstgrenze für Eiweiß gesenkt und Gehalte für Vitamine und Mineralstoffe angepasst.

2. Änderungen in APTAMIL PRONUTRA-ADVANCE und APTAMIL PROFUTURA


Neu ist insbesondere der verpflichtende Zusatz von DHA (Docosahexaensäure). Durch langjährige, wegweisende Forschung ist es uns bereits im Jahr 1992 als Vorreiter gelungen, Säuglingsnahrungen die wichtigen LCPs zuzusetzen. DHA ist in Aptamil Säuglingsnahrungen schon lange Standard. Lediglich der Gehalt wurde nun erhöht. Auch bei anderen Nährstoffen waren im Zuge der neuen EU-Verordnung nur minimale Anpassungen der Rezeptur erforderlich.

3. Trotzdem sind nicht alle Milchen gleich…


Wie bisher enthält Aptamil auch weiterhin einige funktionale Inhaltsstoffe, die gesetzlich nicht verpflichtend sind. Aptamil Pronutra-ADVANCE und Aptamil Profutura enthalten nicht nur die langkettige, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure DHA (Docosahexaensäure), sondern über die gesetzlichen Anforderungen hinaus auch die langkettige, mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure ARA (Arachidonsäure) sowie die aus unserer Forschung entwickelte Ballaststoffmischung GOS/FOS. Aptamil Pronutra-ADVANCE und Aptamil Profutura sind die ersten und einzigen Nahrungen auf dem Markt, die diese besondere Nährstoffkombination mit unserem einzigartigen Herstellungsprozess vereinen. So enthalten Aptamil Pronutra-ADVANCE und Aptamil Profutura die patentierte Formel mit GOS/FOS und unserem einzigartigen Lactofidus® Prozess, aus dem Postbiotika wie zum Beispiel 3‘GL, ein humanes Milch-Oligosaccharid (HMO), und L-Laktat entstehen.

Aptamil Profutura enthält zusätzlich das HMO 2´-FL. 

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*Innovative Inhaltsstoffe in Säuglingsnahrungen: humane Milch-Oligosaccharide, Probiotika, Postbiotika

4. Was ändert sich für Verbraucher?


  • Aptamil Milchnahrungen sind wie bisher gut löslich und angenehm in Geruch und Geschmack. 
  • Der Wegfall von nährwertbezogenen Angaben auf Säuglingsanfangsnahrung kann dazu führen, dass Eltern denken, bestimmte Nährstoffe seien nicht mehr in ihrer Säuglingsnahrung enthalten.

Um Eltern bestmöglich unterstützen zu können, ist es wichtig, dass Ihnen die Änderungen bekannt sind. Ein Blick in die Zutatenliste oder in Informationen für medizinische Fachkreise lohnt sich!

HILFREICHES MATERIAL ZUR NEUEN EU-VERORDNUNG


Jetzt NEU für Eltern: Informationsflyer über die Neuerungen in der Gesetzgebung, in dem der Diätverband in Zusammenarbeit mit PD Dr. Frank Jochum, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM e.V.) Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammen gestellt hat.

Hier finden Sie die Elterninformation zum Download. Geben Sie diese gerne an interessierte Eltern weiter. 

Weitere Informationen finden Sie auf einem Einseiter zusammengefasst.

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Auf Einladung von Milupa trafen sich im Mai 2019 namhafte Experten aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden, um einen kompetenten wie auch kritischen Blick auf diese neue Verordnung zu werfen. Es wurde über die wesentlichen Änderungen diskutiert und die Unterschiede zwischen forschungsbasierter und Standard-Nahrung erörtert. Lesen Sie den Artikel hier.

 

Wichtiger Hinweis: Stillen ist das Beste für Babys. Säuglingsnahrung sollte nur auf Rat von Kinderärzten oder anderem medizinischem Fachpersonal verwendet werden.

Literatur:

1. delegierte Verordnung (EU) 2016/127 für Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen.

2. delegierte Verordnung (EU) 2016/128 für Säuglingsnahrungen für besondere medizinische Zwecke.